Wie Nordkorea bei Nacht

Die Seite tweetping.net, die seit ein paar Tagen begeistert im Netz herumgereicht wird, bringt es an den Tag: Im Twitterlicht sieht Deutschland aus wie Nordkorea bei Nacht.

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Tweetping zeigt, weltweit und in Echtzeit, eine Stichprobe aller Tweets an, die einen Geotag, also eine geografische Absendeadresse haben. Das haben Tweets nicht automatisch, man muß es ausdrücklich in den eigenen Twittereinstellungen aktivieren. Nur etwa ein Prozent aller weltweit versandten Tweets haben so einen Geotag.

Das Ganze ist grafisch wunderbar umgesetzt, und so macht das Zuschauen regelrecht süchtig. Man kann der Ostküste der USA beim Aufwachen zusehen, ein paar Stunden später die ersten, vereinzelten Tweets aus Alaska beobachten, die europäischen Großstädte der Lage nach erraten, und in Australien leuchten Brisbane, Sydney und Melbourne als kleine Funzeln am Rand eines großen, dunklen Kontinents.

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Und Deutschland? Hm. Wer nach Mitteleuropa schaut, hat unweigerlich das Gefühl, dass hier irgendetwas komisch ist. Man muß schon ziemlich lange und sehr genau hingucken, um gelegentlich einen Tweet in Berlin, Hamburg oder Frankfurt aufblitzen zu sehen, während nebenan Großbritannien oder die Beneluxstaaten glühen, dass es fast die Pixel aus dem Bildschirm brennt. Das ganze erinnert frappierend an die Satellitenaufnahmen von Nordkorea bei Nacht, die einen dunkel ausgeschnittenen Fleck gleich über den gleißenden Lichtern von Seoul und unterhalb der chinesischen Provinzstädte im Norden zeigen. Eine politische Realität in optische Wellenlängen übersetzt.

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(Es sei mir ferne, mich hier über Nordkorea lustig zu machen; ich empfehle stattdessen sehr das erschütternde, aber auch wunderbare Buch von Barbara Demick, Nothing to Envy: Ordinary Lives in North Korea.)

Was sagt das Twitterlicht über Deutschland? Dass die drittgrößte viertgrößte Volkswirtschaft der Welt auf der Twitter-Landkarte so auffällig fehlt, muß systematische Gründe haben. Irgendetwas spezifisch Deutsches ist hier am Werk. Die allgemeine Twitterskepsis in Deutschland kann es alleine nicht sein; zwar ist es richtig, dass in Großbritannien etwa dreimal mehr aktive Twitternutzer sind als in Deutschland, aber der Intensitätsunterschied auf der Landkarte ist überproportional größer.

Nein, die Deutschen mögen offensichtlich das Geotagging nicht. Gehtniemandwasanvonwoichtwittere.

Das Argument, die Funktion sei zu tief in den Twittereinstellungen versteckt, so dass niemand darauf komme, zieht nicht. Denn das gilt für alle anderen Länder genauso. Die Karte von Tweetping zeigt nur den sehr kleinen Anteil (etwa 1%)  von Twitternutzern, die diese Einstellung ausfindig gemacht und bewußt aktiviert haben. Und solche Leute fehlen in Deutschland fast völlig, anders als zum Beispiel in Indonesien, wo Twittern mit Geotag fast schon zum guten Ton zu gehören scheint.

Ja, es ist wohl die international beispiellose Angst um die Privatsphäre, die in Deutschland offenbar so tief im Bewußtsein verankert ist, dass sie selbst in der technikaffinen Bevölkerungsgruppe der Twitternutzer offen zutage tritt.

Warum sind die Deutschen so? Ist es noch immer Hitler und der Zweite Weltkrieg, den wir da auf dem Bildschirm sehen? Es bedürfte mehr als dieses Blogartikels, um dieser Frage nachzugehen. Eins aber scheint sicher: Das wird sich so schnell auch nicht ändern. Ich will darum auch an niemanden appellieren oder zu irgendetwas aufrufen, sondern lediglich vier Gründe nennen, warum ich Geotagging für eine gute Sache halte.

  1. Der Ort, von wo eine Nachricht gesendet wird, ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Nachricht, seine Angabe eine Art Unterton, der die Nachricht verortet und zur physischen Welt in Beziehung setzt. Briefeschreiber ahnten das noch, wenn sie schrieben: »Berlin, den 14.1.1962«.
  2. Twitter ist immer auch Menschheitsarchiv. Wer in den öffentlichen Raum, den Twitter darstellt, hineinspricht, macht eine öffentliche Äußerung, die unter verschiedensten Gesichtspunkten interessant sein und ausgewertet werden kann, von Epidemologie zu Linguistik zu Soziologie; Kriterien also, die der Absender beim Vor-Sich-Hintwittern aller Wahrscheinlichkeit nach überhaupt nicht im Blick hat. Geotagging ist eine entscheidende Information für solche Analysen; wer nicht geotaggt, beraubt die Wissenschaft einer wesentlichen Information.
  3. Das Argument »Aber es steht doch in meinem Profil« ist geschenkt. Ich seh’ schon, du hast keine Lust.
  4. Es sieht auf Tweetping schöner aus.

Und um Deutschland vielleicht noch einen winzigen Vorteil zu verschaffen gegenüber anderen Ländern, die sowas nicht haben, hier noch eine Anleitung, wie man das Geotagging aktiviert.

  1. Auf der Twitter-Hauptseite auf das Zahnrad oben rechts klicken, »Settings« auswählen (heißt bei deutschem Browser vermutlich »Einstellungen«).
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  2. Auf der Einstellungsseite findet sich im unteren Drittel die Option »Add a location to my tweets«.
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  3. Damit ist das Geotagging erst einmal grundsätzlich verfügbar. Es kann/muß aber für jeden einzelnen Tweet ausdrücklich eingeschaltet werden. In der Browser-Oberfläche gibt es dafür eine Schaltfläche mit einem Location-Symbol unter dem Tweeteingabefeld.
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  4. Damit in der Liste unter dem Tweeteingabefeld überhaupt Orte angezeigt werden können, kann es nötig sein, dem eigenen Browser zu erlauben, dem Twitter-Server den eigenen Standort mitzuteilen. Dazu erscheint beim ersten Auswählen der Funktion wahrscheinlich ein entsprechender Hinweis des Browsers, mit der Bitte, es zu bestätigen.
  5. Mobile Twitterclients für’s Smartphone haben in der Regel auch irgendein Location-Symbol im Tweeteingabefenster. Dieses Symbol muß man aktivieren. Ein mobiler Client wird dann in der Regel die genaueste, ihm verfügbare Position als Absendeort des Tweets angeben, während in der Web-Oberfläche nur eine städte-genaue Position ermittelt und dem Tweet mitgegeben wird.
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  6. In der Web-Oberfläche wird bei einem empfangenen Tweet normalerweise nur dann ein Location-Symbol eingeblendet, wenn der Tweet per Smartphone eine genaue Koordinate erhalten hat. Falls der Tweet per Browser grob verortet wurde, sieht man diese Angabe nur dann, wenn man den Tweet »aufklappt«.

Welcome back, Sebastian,

willkommen zurück auf Twitter, im richtigen Leben. Hast uns also eine Woche auf stumm geschaltet, aber selber weitergetwittert, ein effektvolles Selbstexperiment mit vielleicht einem ganz kleinen Bisschen Selbstinszenierung.

Experiment (ab sofort): Lese eine Woche meine TL, Replies und Favs nicht mehr und beobachte, ob und wie sich meine Tweets dadurch verändern.
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 24, 2013

Der Abwesende gewinnt an Bedeutung, gerade natürlich dann, wenn uns aus der Abwesenheit ein gelegentliches Kommuniqué erreicht. Ich hätte gern auf manche Deiner Tweets diese Woche geantwortet, kann das nun nicht, und lasse mich also auf Dein Experiment ein, indem ich diesen anderen Weg hier wähle, nicht minder öffentlich, aber doch gewissermaßen im Spiegelbild zu Deiner semipermeablen Klausur.

“Fast möchte man ihm glauben, dass er diese Dinge auch ohne Publikum getan hätte.”
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 25, 2013

Aber eben nur fast.

Faszinierend, das Experiment “die TL nicht mehr lesen” ausgerechnet an dem Abend gestartet zu haben, an dem irgendetwas Heftiges passierte.
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 25, 2013

Als ich das las, war ich mir nicht sicher, ob ich dieses »irgendwas Heftige« selber mitgekriegt hatte. Du meinst doch nicht etwa…? (Und woher weißt Du?) Ich glaube, es hörte sich aus der Distanz (ähnlich der Distanz der klassischen Medien, die dann darüber berichteten) größer an, als es für uns drinnen war. Für mich jedenfalls. Heftig ist anders.

Blindes Debattenstatement: Frauen denken viel komplexer als Männer. Ich mag das sehr. Brüste mag ich auch sehr. Aber Aufdringlichkeit nicht.
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 25, 2013

Für diesen Tweet hätte sich Dein Experiment bereits gelohnt: Kompliment. Der ließ sich wohl nur aus der Distanz so formulieren, und für mich war damit bereits alles gesagt, was es über das Thema zu sagen gab. Auf wunderbare Weise.

Tag 2 ohne TL: Abgeschnittenheit; Erfahre Fragmente über Medien; Phantasiere hunderte Unfollower; Widerstehe, nachzusehen. #experimentstille
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 26, 2013

Schon okay, Apollo 13, wir haben Sie auf dem Schirm.

Twitter wird mir zunehmend fremder. Aber ich schreibe langsam wieder selbst, nicht in irgendeinem seltsamen Normenkollektiv.
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 26, 2013

Und damit stößt Du natürlich in den Kern Deines Experiments. Das seltsame Normenkollektiv — die Favs und die Fans, vor allem aber doch wohl der Ton, der auf Twitter herrscht, variabel zwar, vielschichtig, der aber doch so leicht umschlägt in einen Mehrheitston, der dann bestimmt, was möglich ist, was man sagen kann auf Twitter, und was nicht.

Dein Experiment in Ehren, aber ich wünsche mir Leute, die auf Twitter, also in echtem Ausgesetztsein, ihre eigene Sprache, ihren eigenen Ton und ihre eigene Welt behaupten. Da wird’s spannend.

(Und ich erinnere mich wieder an die gute @stattkatze, die mal sagte, man müsse Twitter so benutzen, als gäbe es nur einen selbst da. Und die richtigen.)

Lerne gerade eine Menge über mich und die Medien. Kann blindes Twittern dringend weiterempfehlen (bis am Ende alle nur noch Sender sind).
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 27, 2013

Da hast Du’s. Wobei mir die Anmerkung erlaubt sei, dass sich für uns, die wir uns schon über ein paar hundert Follower freuen, und die wir vielleicht einmal pro Woche einen Fav oder eine Antwort auf einen Tweet bekommen, Twitter über weite Strecken ganz genauso anfühlt: Man spricht in einen großen leeren Raum hinein, und die einzige Stimme, die einem sagt, ob es was taugt, was man da macht, ist die eigene. Wenn sie nur nicht so leise wäre, und so leicht irritierbar.

Will heißen, Du arbeitest Dich hier auch an Deiner eigenen Popularität ab, einer Popularität, die interessanterweise nicht zuletzt in genau diesem Abarbeiten begründet liegen dürfte. Au Backe.

Gestehe: Ihr fehlt mir heute Abend ein bisschen. Außer, ihr shitstormt gerade irgendwen oder über irgendwas. Dann nicht.
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 29, 2013

Das Fehlen ist ganz auf unserer Seite.

Aktuelles Twitterentzugsstadium: Treffe Leute aus der TL und frage sie, was dort passiert; Schreibe mir die dummen Witze bereits selbst.
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 29, 2013

Da scheint sich ein leichtes Delirium anzubahnen. Nur so ist dann wohl auch die Tweetlawine zu erklären, die Du später an diesem Abend losgetreten hast. Dieses 90er-Jahre-Privatmem, mäßig komisch und ohne Erkenntniswert, und wenn schon nichts sonst, dann doch die Regel verletztend, über die wir uns gerade vor Deinem Hiatus noch unterhalten hatten: Dass ab einer bestimmten Menge von Tweets nur noch Mist kommen kann. Und dann der hier:

Glaube, das war gerade das erste Mal, dass ich etwas sehr Persönliches ungefiltert getwittert habe. Hat auch nur drei Jahre gedauert.
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 29, 2013

Schade eigentlich. Können wir in den nächsten drei Jahren mehr Mut erwarten?

Ich habe echt Angst wieder Twitter zu lesen und dadurch wieder Zyniker zu werden.
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 31, 2013

Und da wird dann doch, pardon, der Hund in der Pfanne verrückt. Als würdest Du vorsätzlich ignorieren, dass man sich Twitter einstellen kann, dass der Follow-Button sich, immer wenn man draufdrückt, in einen Unfollow-Button verwandelt. Von jemand, der zum Führen eines Twitter-Accounts berechtigt ist, sollte man erwarten können, dass er sich die Timeline korrekt einteilt, dass er das »Folge wild und gefährlich« zu balancieren weiß gegen die Notwendigkeit, den eigenen Kompass nicht aus den Augen zu verlieren.

Es sei denn, es sei denn,… Es sei denn, er sucht sich die Leute, über die er sich aufregen kann, selber aus. Weil das Aufregen so effektvoll ist. Woll’n wir nicht hoffen.

Endlich Timeline wieder an. Lese Talkshowtweets. Lese Hasstweets gegen Aktphotographie. Timeline sofort wieder aus.
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 31, 2013

Und ich sag noch…

Die mich einiges über mein Medium lehrende Geschichte eines einwöchigen Twitterentzugs. http://lampiongarten.wordpress.com/2013/01/31/die-mich-einiges-uber-mein-medium-lehrende-geschichte-eines-einwochigen-twitterentzugs/
— Sebastian Baumer (@infinsternis) January 31, 2013

Okay, das war zu erwarten. Du betreibst selbst auch einige Aufarbeitung. Ich habe Deinen Text über Deine Entzugswoche noch nicht gelesen und werde das erst tun, wenn ich diesen hier ordentlich formatiert und online gestellt habe.

Man liest sich. Take care. Welcome back.

Optimized for Coziness: Initial thoughts on Google+

Everybody’s excited about Google+ and I, too, could not wait until the somewhat arcane invitation process finally let me in, after about 24 hours of trying, waiting, and trying.

I’m always fascinated how seemingly minor adjustments of parameters bring about entirely new forms of communication. Why don’t you just make a phone call?, we asked, when the text message was invented. But of course, a text was something very different from a phone call – more indirect, and strangely more constrained, yet also more concentrated than verbal communication. Why don’t you just send an e-mail? But of course, a text is quite different from an e-mail, because it reaches the recipient instantaneously, usually alerting them with an audible signal to its arrival.

When Blogs, Twitter, and Facebook came up, the power of one-to-many was given to individuals. Everybody could suddenly speak in such a way that the entire world might hear it. Of these mechanisms, Twitter seems the most fascinating to me, with its asymmetric attention structure (you don’t need to follow me if I follow you), and, most of all, its 140 character limit. This is so outright brilliant it could only have been invented by accident.

In this world, where individuals can suddenly talk to the whole planet, the length limit allows for a manageable economy of attention. You can’t talk my ear off, unless I specifically allow you by clicking the link you put in your tweet. But even more important is that the 140 character limit forces people to think a lot about what exactly they are going to say. The result being that Twitter is an oasis of wit, of fun, of brilliance at times, and altogether an intelligent medium.

Facebook handles these two critical areas exactly the other way round, and thus gets them wrong. Listening to somebody is tied to the in this case awkward concept of »friendship«, which means it is symmetrical: You have to friend me if I want to friend you. This causes people to hang around with, and listen to those they know, rather than extend their reach. Facebook is the people you went to school with – Twitter is the people you wished you went to school with, as somebody put it brilliantly on, of course, Twitter. And besides, there is no length limit on Facebook posts (well, there is one, but a much larger one than on Twitter). There is thus a lot less effort involved in creating a Facebook post. People need to think less, and it shows. Facebook, on the average, feels dull and boring.

In the light of this, the interesting question to me seems what communication structure Google+ establishes. What mode of communication does it suggest, what does it encourage?

Well, firstly, it gets the asymmetry of attention right. I can put you in a circle, but you don’t need to do anything in reverse. You will notice that you captured my attention, which is an important part of extending one’s communication reach, but other than that, you can ignore me for now, or forever. G+ does attempt to make this more fine-grained, however, allowing me to put people into different circles, for friends, for family, or strangers from out there in the net. I can then choose which of these circles I want to share with, unless I choose to make my posts public for everybody.

I have little use for these circles, I think. For me, the whole point of communicating in the network is to publish, to speak to, potentially, everybody, and let listeners decide whether they find interesting what I have to say. Circles and selective sharing might make G+ more family-friendly and group-cozy, but they add nothing to the fascinating, new, emerging communication patterns that are currently redefining the very concept of what the public sphere is.

The other important characteristic of G+ is that there’s no length limit. It therefore does not enforce the radical discipline of Twitter, and contributions are therefore bound to be more verbose, less concentrated, less to the point, and therefore less witty, less brilliant on G+.

Comparing my Twitter timeline to my G+ stream, Twitter is an amazingly concentrated source of highly relevant information, very efficiently organized, augmented with precise pointers to places outside of it. G+, by comparison, is lots of white space and outright clumsiness: »xyz originally shared this post«. It does not help that re-sharing an article doubles it in the streams of all those who already saw the first version, something that Twitter’s built-in retweet feature got right a long time ago. Sharing a photo drops it right into the stream itself, pushing everything else away, and sharing a simple link produces a hard-to-understand mess of no less than three different paragraphs. A search function for streams is something we can only hope for (rather optimistically perhaps, given that this thing was created by Google). Chronological ordering of the stream? Let’s hope for that too.

Some of these quirks might be ironed out soon, but it does not take away from my general impression that G+, for all of its admirable slickness in the UI, does not come along as an efficient engine for exchanging information on a global scale.

Ultimately, the value of a medium depends on the quality of the information that it produces, or to put it more colorful: the information that chooses to live in it. Surprises will happen. It is doubtful that Gutenberg, when he invented the printing press, envisioned the Critique of Pure Reason being enabled by it. When Twitter’s creators first played with their tiny little text messages, they surely did not expect it would be such an excellent tool for the emerging communications structure of the 21st century. When something as stupid as Facebook was created, who would have thought that almost a billion people would be just fine with it.

I will, therefore, remain curious about G+, excited even, and surely be hanging around there. For the time being, however, I really wish there would be nicely built bridges to and from Twitter for it.